Duisburger Filmwoche

„Wenn es blendet, öffne die Augen“ hatte seine Deutschland-Premiere auf der 38. Duisburger Filmwoche. Ich habe mich über einen vollen Kinosaal und eine angeregte Diskussion nach dem Film gefreut. Das Feedback war überwiegend positiv! und kritisch! und inspirierend! Danke, Duisburger Filmwoche.

Auf den Fotos: Till Brockmann (Moderation), Ralph Wieser (Produzent), Werner Ruzicka (Festivalleiter)

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outstanding!

Ich freue mich über den „outstanding artist award 2014“ (Bereich Dokumentarfilm), den der Bundesminister für Kultur vergibt!

Eine Auszeichnung für „Talente“, wie es heißt … also: weitermachen mit der Arbeit an Filmen!

"outstanding artist awards 2014"

 

Back in Berlin

Und alles kommt einem viel kleiner vor. Aber sehr viel wärmer! Und grüner! Bei aller Sehnsucht nach Russland: „Mischka im Norden“ ist ja mitgekommen. Hoffe, er schmilzt nicht gleich bei den Temperaturen …

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1. Mai

… im „Siegespark“ (Парк Победы). Unaufgeregt. Die Demos der Gewerkschaften und oppositioneller Gruppen fanden im Zentrum statt. Während der Leningrader Blockade wurde die auf diesem Gelände befindliche Ziegelfabrik in ein Krematorium umgewandelt. 1945-46 wurde der Park errichtet, auf der Asche der verhungerten und hier verbrannten Leningrader: zwischen 100 000 und 600 000 Menschen.

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PTVP!

Dreh im Klub „Zokol“ (Цоколь) – beim Soundcheck der Band „Letzte Tanker in Paris“ (Последние Танки в Париже). Egor Nedviga – Bass, Anton Dokutschajev – Gitarre, Denis Krivtsov – Drums. Igor Karnauschenko – Sound, Masha Udnikova – Tontechnikerin. Punkrockpostpunk … kruto!

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Materialsichtungen

Ich schaue Dias von Ljubov an, die in den 1970er und 1980er Jahren viel fotografiert hat. Ein sowjetisches Familienalbum tut sich vor mir auf. Fotos von Ausflügen, eine Ahnung von unbeschwerter Kindheit und Elternschaft. Die Mode gar nicht so viel anders wie ich sie aus meiner eigenen Kindheit in Erinnerung habe. Der Wachmann in Pulkovo-2 hingegen sucht wohl Explosiveres im Toilettenpapier …

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Drehpause Nr. 2

Zu Dreharbeiten beim Musiker und Dichter Leha Nikonov, Leadsänger der Gruppe „PTVP“ (Poslednie tanki v Parizhe). Leha rezitierte-performte für uns einige seiner Gedichte. Der Anfang eines meiner Lieblingsgedichte ist:

Aus dem Hahn tropfte Wasser / Und gab den Rhythmus vor. / Achtung! Es spricht / die Unendlichkeit. Niemand hörte zu.

Из крана капала вода / и задавала ритм. / Внимание! говорит /  бесконечность. Никто не слушал.

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It’s gone! Overnight. Einfach so.

Wo sollen wir jetzt unser Obst und Gemüse einkaufen? Über Nacht ist unser Lieblingsladen in unserem Häuserblock verschwunden. Zwei Tage lang hing das Schild „Inventur“ an der Tür. Aber gleich so radikal? Und: was macht jetzt die nette Verkäuferin, die mit ihrer Freundlichkeit die restliche trostlose Bedienungslandschaft überstrahlte?

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„In Russland liebt man mich

… versteht man mich, schätzt man meine Individualität“ – verkündet Gérard Depardieu, seit einigen Monaten ja Besitzer eines russischen Passes, auf Plakaten, die für die Kücheneinrichtung „Maria“ werben. In der Metro ist er Model für die Versicherung „Die Sowjetische“. Sie verkauft u.a. Auslandsreiseversicherungen für jene, die in die andere Richtung reisen wollen als Depardieu. Bon voyage!

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Nächtlicher Austausch

Gestern Nacht, halb zwei: es wird an unsere Tür geklopft. Unser sichtlich betrunkener älterer Nachbar entschuldigt sich, er habe wohl versehentlich an die Tür geklopft, aber ob wir eine Zigarette für ihn hätten? Als er Franks Vornamen hört, hält er uns für Franzosen und zitiert aus einem Lied von Vladimir Vysotsky über dessen französische Frau Marina Vlady. Dann verschwindet er kurz in seiner Wohnung und drängt uns schwankend Schweizer Pralinen auf. Der Russe an sich ist einsam, aber kontaktfreudig …?

Helden der Arbeit

1991 abgeschafft, am 29. März 2013 von Vladimir Putin wieder eingeführt: die Auszeichnung „Held der Arbeit“ – zu verleihen für herausragende Dienste zum Wohle der Menschen der Russischen Föderation. Das Prestige der Arbeit soll gehoben werden.

Ich hätte da schon mal ein paar Vorschläge.

Pavel. Mit 16 sowjetischer Champion im Motocross. Später sowjetischer Champion im Autocross. Ausgebildeter Militärpilot. Heute Fahrer für Filmcrews. Sicherheit auf den Straßen St. Petersburgs!

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Zhanna, Wohnungsmaklerin. Ausgebildete Ärztin. Konnte von dem Gehalt als Ärztin nicht leben und ist in die Immobilienbranche gewechselt.

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Die Farben des Ostens

St. Petersburg, Ende März 2013
Die nächsten Wochen werden Kameramann Frank Amann und ich hier verbringen, für unser Filmprojekt über die „Generation Jelzin“. Ich will den Blog nützen, ab und zu persönliche Eindrücke zu schicken, von Erlebnissen, beiderseitigen Klischees und Missverständnissen berichten. Und Ausschau halten nach den Farben des Ostens …

Tram Wartende FrauAutounfall Lichter des Ostens
Station Lesnaja